Ein grüner Staatssekretär nimmt nicht ein größeres Auto als ihm zusteht,

Paschedag, Udo-8421

Foto AG Gymnasium Melle, CC-BY-SA 3.0

sondern im Zweifelsfall ein kleineres”. So sagt es wenigstens Claudia Roth, und die muss es wissen, schließlich ist sie die Parteichefin der Grünen.

Anscheinend hat dies aber Udo Paschedag wohl nicht gehört – oder hören wollen. Ist das jetzt schlimm? Nunja, beurteilen Sie selbst:

Herr Udo Paschedag ist seines Zeichen der grüne Staatssekretär fürs Agrar Ministerium in Niedersachsen. Also Mitglied in der Rot-Grünen Landesregierung. Und er hat ein Problem: Der Arme hats mit dem Rücken, wie viele andere Bundesbürger auch. Nur leider bekommen die meisten dieser Bürger keine gescheiten Dienstwagen. Okay, Herr Udo Paschedag eigentlich auch nicht, schließlich steht ihm als Staatssekretär nur ein Audi A6 zu. Und ein Audi A6 ist zwar, laut Audi, Hightech in der Businessclass, aber für den armen Rücken von Herrn Paschedag natürlich unzumutbar. Kein Wunder bei einem so billigen Auto, der Audi A6 kostet in der einfachsten Ausführung schließlich nur 37.200 €. Wozu ist man da Staatssekretär geworden?
Da könnte man ja auch Bundeskanzler sein. Achja, Bundeskanzler… Die Frau Merkel fährt doch einen A8… das wäre doch auch etwas für Herrn Paschedag. Gedacht, getan. Also bestellte sich Staatssekretär Paschedag einen Audi A8. Was für die Kanzlerin gut ist, kann für einen grünen Staatssekretär schließlich auch nicht schlecht sein. Und da ein Audi A8 von haus aus doch etwas langweilig ist, wurde die verlängerte Version mit 245 PS und Einzelsitzen sowie Massagefunktion und Belüftung geordert.

Natürlich kann er sich so einen Wagen nicht einfach selber genehmigen, wir sind ja schließlich keine Bananenrepublik. Aber das hat er wohl auch nicht, schließlich steht auf der Bestellung “MP (Ministerpräsident Stephan Weil, SPD) und Min (Landwirtschafts-Minister Christian Meyer, Grüne) sind einverstanden.” Damit ist dann ja alles in Butter.

Alles? Leider nicht, denn jetzt wird es ganz traurig. Denn leider hat die böse, böse Presse davon Wind bekommen und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf diese ganz besondere Bestellung angesprochen. Dieser bestreitet, dass er sein “Okay” für die Extrawünsche von Herrn Udo Paschedag gegeben hat. Und Herr Stephan Weil weiß auch, was man da dann als SPD-Mann zu tun hat: Er hat Udo Paschedag in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Richtig so, die Rente mit 67 soll ja sowieso abgeschafft werden (selbst wenn sie erst in über einem Jahrzehnt kommen soll, von der SPD übrigens beschlossen). Ein SPD Mann, eine vernünftige Tat.

Vernünftig? Nun, Herr Paschedag bekommt jetzt zwar nicht seinen schönen Audi A8, aber wenigstens seine Rente. Mit 58 Jahren. Die nächsten 3 Monate 11.000,- Euro im Monat und danach nur noch knapp 8.000,- Euro im Monat, für 3 Jahre. Bei dem Geld kann man sich dann auch so einen Audi A8 leisten und muss nicht einmal mehr dafür irgendwas in irgendeiner Regierung machen. Hat Herr Paschedag doch gut hinbekommen, oder?

Achja, mittlerweile räumt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ein, dass er Gespräche mit Paschedag über diese kleinen Extras geführt hat. Und dafür gibts dann auch wieder schön einen Untersuchungsausschuss. Ist übrigens ein Wort, das sich aus “Untersuchung” und “Ausschuss” zusammensetzt.

“Ausschuss” wird von Wikipedia wie folgt definiert: “Als Ausschuss werden Produkte, Werkstoffe, Werkstücke oder Fertigwaren bezeichnet, wenn diese fehlerbehaftet sind. Entweder können sie den ihnen zugedachten Zweck nicht hinreichend erfüllen oder die Qualitätsvorgaben von Kunden (Spezifikationen) werden nicht mehr erfüllt. Sie werden dann z. B. entsorgt, der Wiederverwertung zugeführt oder anders als ursprünglich geplant eingesetzt.

Mit Fehlproduktion sind immer zusätzliche Kosten (Fehlerkosten) verbunden, die den Produktionsgewinn schmälern.” Wenn das Leben bzw. die Politik doch auch so einfach wäre…

01. September 2013 von Andreas
Kategorien: politik, Sarkasmus | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

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