Warum die DSL-Drosselung der TELEKOM nicht geht

Erstmal grundsätzlich: Natürlich darf jedes Unternehmen seine Produkte so anbieten wie es will. Und die Telekom ist ja nicht das einzige Unternehmen das nach einem bestimmten Datenvolumen die Leitung drosselt. Freenet zum Beispiel bremst nach 100 Gigabyte im Monat auf 1.000 Kilobit pro Sekunde. Und Kabel Deutschland beschränkt nach 60 GB am Tag den Transfer von One-Klick-Hostern und Filesharing-Diensten auf 100 Kilobit pro Sekunde. Bei KD gilt diese Obergrenze aber nur für einen Tag und die Beschränkung nur für “solche” Downloads. Surfen, VoIP, Streams etc. werden nicht eingeschränkt. Und am nächsten Tag hat man auch wieder volle Geschwindigkeit für “solche” Downloads. Das muss man als Kunde nicht gut finden, aber es gibt ja auch Alternativen auf dem Markt.

“Gilt das den nicht auch für die Telekom?” – Theoretisch ja. Aber praktisch will die Telekom Ihre (kostenpflichtigen) Entertain-Dienste ja nicht für den gemessenen Traffic berücksichtigen. Ist man aber z.B. Kunde bei Lovefilm oder Maxdome, dieser Traffic der Konkurrenz zählt natürlich voll. Und genau das ist das verlogene bei der Telekom. Es geht, offensichtlich, nicht darum das teurer Netzausbau gegenfinanziert wird – sondern darum das direkte Konkurrenz benachteiligt wird. Das ist die eigentliche Sauerei und der Aufreger bei diesem Telekom-Plan.

Ganz ehrlich: von mir aus kann die Telekom nach 10 GB Transfervolumen ihre Leitung komplett dicht machen. WENN sie jeglichen Traffic einrechnet und nicht nur den für sie unerwünschten. Das man damit dann erst 2016 anfangen will, das ist nur Augenwischerei und Marketinggeplänkel – das diesmal aber zum Glück nicht aufging. Hier sollte die Telekom mal ganz schnell nachschauen was NETZNEUTRALITÄT bedeutet und warum sie dazu gesetzlich verspflichtet ist.

26. April 2013 von Andreas
Kategorien: internet, recht | Schreibe einen Kommentar

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