Tolino Shine – eine Enttäuschung

“Endlich gibt es ein gutes, günstiges eReader Gerät”, dachte ich mir, als ich über den eReader Tolino Shine das erste mal etwas gelesen hab. Bis dato hatte ich den Sony PRS-350 und war eigentlich ziemlich glücklich mit dem Teil. Aber im Dunklen oder gar nachts lesen – das geht leider gar nicht mit diesem Gerät. Deswegen wäre ein hintergrundbeleuchtetes optimal. Preislich attraktiv war bis dahin nur das entsprechende Kindle-Gerät von Amazon, aber ich will nicht an Amazon gebunden sein, sondern mir selber aussuchen, wo ich mir meine eBooks kaufe.

Und das Tolino Shine macht ja auch vieles richtig: Es hat ein ordentliches Display (auch wenn ich das von Sony etwas schärfer empfand, aber beide sind definitiv auf einem sehr hohen Niveau), leicht, optimale Größe, Touchscreen und natürlich der Preis von 99 Euro. Eigentlich absolut top.

Also ab zu Hugendubel und gekauft.

Dann aber leider schon sehr schnell die erste Enttäuschung: Keine Markierungen – Keine Notizen! Sorry, aber das ist eine Standardfunktion, die selbst das mieseste Gerät aufm Markt anbietet. Und es ist doch nur eine kleine Software-Funktion. Wie kann man sowas einfach außen vor lassen? Aber okay, dachte ich mir, so viel arbeite ich nun auch nicht mit den Texten.

Dann, per Zufall, die nächste Enttäuschung. Ich lege das Tolino Shine quer und es passiert: nix. Ja, wirklich, es passiert einfach nichts. Die Schrift bleibt, wie sie war – man kann einen Text nicht lesen, wenn man das Gerät quer hält. Okay, ist nicht soooo wichtig und mein Sony kann das auch noch nicht. Aber ein aktuelles Gerät sollte es eigentlich schon können.

Und dann, nachdem ich meine Bücher auf das Tolino überspielt hatte, kam der endgültige K.O.-Schlag für dieses Gerät: Ich konnte meine Bücher nicht ordnen. Weder nach gelesen / ungelesen noch nach Fachbücher / Krimi / Roman oder nach sonst irgendeiner Art und Weise. Nur alphabetisch nach Titel, Autor, Erscheinungsdatum oder wann man das Buch dem Tolino Shine hinzugefügt hat. Und da muss man dann auch hoffen, dass diese Daten im eBook korrekt abgelegt wurden. Was bei meinen Büchern nicht durchgängig der Fall war. Ich hab noch keine 100 Bücher – aber die Liste war jetzt schon sowas von unübersichtlich. Nein, Danke!

Also wieder ab zu Hugendubel und Gerät zurückgebracht.

Ich würd mich ja nichtmal wirklich ärgern, wenn es irgendein Gerät von irgendeiner Billig-Firma gewesen wäre. Aber ein Gerät, für das ein riesiger Werbeaufwand betrieben wird und das von Firmen wie Thalia, Weltbild, Telekom, Bertelsmann herausgegeben wird, da erwarte ich schon wenigstens ein bisschen was. Und das kann dieses Tolino Shine definitiv nicht erfüllen. Denn was bringt mir ein guter Monitor, auf dem ich auch im Dunkeln lesen kann, wenn ich das, was ich lesen will, nicht finde? Da bleib ich dann lieber doch erstmal noch bei meinem Sony eReader!

22. März 2013 von Andreas
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