Vergesst diesen Joschka Fischer!

Joschka Fischer

Okay, dieser Satz wurde von seinem alten Parteifreund, oder doch eher Parteifeind, Reinhard Bütikofer getwittert – aber so ganz Unrecht hat er damit eigentlich nicht.  Schließlich ist Joschka Fischer, wenigstens in meinen Augen, ein Vorbild für jeden sogenannten Wendehals.

Joschka Fischer, der bis heute keine abgeschlossene Ausbildung hat und ohne seine Parteikarriere bei den Grünen wahrscheinlich viel Zeit seines Lebens auf der Straße oder im Gefängnis (wohl wegen Gewaltanwendung u.a. gegen Polizisten) verbracht hätte, ändert seine Meinung auch, wie er es gerade braucht.

So äußerte er sich kürzlich in der “Zeit” in einem Interview, das mit den Worten “Vergesst die EU” überschrieben ist und in dem sich Fischer dafür stark macht, dass die Euro-Staaten die Führung in der EU übernehmen sollen. Genau der gleiche Joschka Fischer war im September 2010, also gerade mal ein gutes Jahr ist es her, bei der Gründung der sogenannten Spinelli-Gruppe beteiligt. Diese Gruppierung, der auch u.a. Mario Monti (aktuell Italiens Chef), Jaques Delor, Daniel Cohn-Bendit und Gesine Schwan angehören, macht sich vor allem für den europäischen Föderalismus stark. Irgendwie passt beides nicht so ganz zusammen.

Aber solche Gedankensprünge kennt man ja von Joschka Fischer. 1995 als Bundestagsabgeordneter schimpfte er noch auf die damalige schwarz-gelbe Regierung, während des ersten Tschetschenienkrieges über die Untätigkeit Helmuth Kohls und  angesichts des “grausamen Mordens einer nuklearen Supermacht gegen ein kleines Volk im Norden des Kaukasus” verurteilte er das Verhalten Russlands aufs Schärfste, um 5 Jahre später als Außenminister in Bezug auf den 2ten Tschetschenienkrieg zu behaupten, dass Russland nicht isoliert werden dürfe und sehr wohl das Recht hätte, gegen Terror vorzugehen. Nur, dass weltweit Übereinstimmung herrschte, dass es eben kein Krieg gegen Terror, sondern jedesmal einfach nur gegen einen unliebsamen Nachbarn sei.

So wundert es auch nicht wirklich, dass er aktuell sein Geld von Firmen wie RWE, OMV, BMW oder auch der Handelsgruppe Rewe bekommt. Firmen, die zu seiner Zeit als aktives Mitglied der Grünen zum Teil vor allem Eines waren: Feindbilder von Herrn Joschka Fischer.

Und so mag man zu Reinhard Bütikofer stehen, wie man will, aber sein “Vergesst diesen Joschka Fischer! Vor Wochen sah er noch die Vereinigten Staaten von Europa als zwingend an. Rechthaber + Windhund.” ist absolut verständlich. Oder um es mit minimal abgeänderten Worten des aktuell zum 5ten mal verheirateten Joschka Fischer selbst zu sagen: “Mit Verlaub, Herr Fischer, Sie sind ein Arschloch.

16. November 2011 von Andreas
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